Schlagwort-Archiv: Stadtentwicklung

Stadtkongress Dresden 2022 der Grünen

Zum Stadtkongress der Grünen hat uns folgender Kommentar erreicht:
Die Grüne Stadtratsfraktion veranstaltete am Samstag, den 2. November 2013, einen „Stadtkongress“ mit dem Thema „Dresden 2022 — Grüne Stadt der Zukunft“. Der Titel bezieht sich auch auf die Ziele der CDU für Dresden (Dresden 2025). Der Untertitel war durchaus wörtlich zu verstehen; Der Stadtkongress war eine reine Parteiveranstaltung, die Referenten größtenteils Parteigänger. Die Möglichkeit ernsthaft über die Entwicklung der Stadt Dresden zu reden wurde so von Anfang an vertan. Mit Blick auf die kommenden Stadtratswahl sollte die demokratische Opposition diese Nabelschau und Identitätspolitik schleunigst beenden, wenn sie tatsächlich an den Mehrheitsverhältnissen rütteln will. Weiterlesen

Bürgerbeteiligung ohne Bürger

Am Neustädter Hafen soll nach dem Willen der Stadt Dresden und des Immobilienkonzerns USD die „Hafencity“, ein neues Stadtviertel direkt an der Elbe, gebaut werden. Der Anklang an die Hamburger Hafencity ist dabei sicher nicht zufällig, sollen doch auch in Dresden vornehmlich hochpreisige Eigentumswohnungen, statt dringend benötigter Mietwohnungen im mittleren und unteren Preisbereich, entstehen. Für die politisch Verantwortlichen der Stadt Dresden scheint die Entscheidung für die Pläne der USD schon gefallen zu sein. Rechtliche Rahmenbedingungen und die Interessen betroffener Bürger scheint die Stadt Dresden als reine Formsache zu betrachten. Deutlich zeigt sich das im Umgang mit der im Baugesetz vorgesehenen Bürgerbeteiligung am Bebauungsplan für das Areal. Weiterlesen

StadtWerkstatt der IG Freiräume gestartet

Am Samstag, den 25. Mai 2013, ist die StadtWerkstatt der IG Freiräume gestartet. Die StadtWerkstatt ist ein Raum für Vernetzung, Selbstermächtigung, Bildung und konkrete politische Intervention in der Stadt. Sie ist auch ein Farbtupfer im grauen Alltagsbetrieb der Stadt und bringt unkommerzielle Kultur und Unterhaltung auf die Brachen, die eine einseitig an Marktbedürfnisse orientierte Stadtentwicklung hinterlässt. Der Ort der ersten StadtWerkstatt der IG Freiräume war die Grünfläche vor der Königsbrücker Straße 119, einer städtischen Liegenschaft die bereits seit einem Jahrzehnt leersteht und für die es in der Vergangenheit schon ein Nutzungskonzept als soziales Stadtteilzentrum gab.

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Die IG Freiräume, die in ihr organisierten Projekte und die Freunde der unkommerziellen Dresdner Projekte haben deswegen am 25. Mai den Rasen vor der Königsbrücker Straße 119 von einer Brache in einen lebendigen Freiraum verwandelt. Ab Mittag gab es Musik, Verpflegung (vielen Dank an CasabuntA) und Informationen für neugierige Passanten, während die ersten Gäste eintrafen. Ab 14 Uhr fand eine großen Vernetzungs- und Informationsrunde statt, bei der einerseits die prekäre Lage vieler Dresdner Projekte und auf der anderen Seite ein großer Informationshunger und der Wille zu mehr gemeinsamen Handeln deutlich wurde. Zu einer tiefer gehenden, mehr an der konkreten Dresdner Sitation orientierten Analyse gab der Film „Kampf um den Kiez“ Anlass, der den Anstoß zu einer langen und fruchtbaren Diskussion gab. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung und Diskussion wurde der Geist auch durch kulturelle Angebote angeregt, etwa durch einen Streetartworkshop des AsoNet, einer Lesung von Silvio Colditz sowie Livemusik von Fogo do Ritmo, der Evergreen Troijka und Andi Valandi.
Trotz des Vorbereitungsstresses und des launischen Wetters war die erste StadtWerkstatt ein guter Auftakt für weitere Aktivitäten, sowie eine Möglichkeit neue Menschen kennen zu lernen, im Park zu chillen, Musik zu hören, anregende Diskussionen zu führen und dabei das politisches Anliegen der IG Freiräume nach außen zu tragen.

Hier entsteht für Sie…

…leider seit 11 Jahren nichts. Die Königsbrücker 119 ist eines von vielen Beispielen verfehlter Stadtpolitik. Anstatt die Bemühungen für ein Stadteilzentrum zu unterstützen, versucht die Stadt seit 9 Jahren die Fläche zu verkaufen.

Königsbrücker Straße 119Königsbrücker Straße 119, 01099 Dresden

…eine partizipative StadtWerkstatt. Am 25. Mai machen wir die Grünfläche vor der Königsbrücker Straße 119 mit Workshops, Konzerten, DIY-Kunst und politischen Diskussionen zu einem Experimentierfeld für Stadtentwicklung von unten.

Jahrelang oder sogar jahrzehntelang bleiben Flächen und Gebäude der Stadt ungenutzt, während gleichzeitig der Raum für die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt immer knapper wird. Dies betrifft Wohnraum genauso wie Raum für soziokulturelle und politische Aktivitäten, für alternative Stadtteilzentren, Gärten oder Ateliers. Projekten wird gekündigt, weil die von ihnen genutzten Flächen plötzlich höhere Renditen versprechen, Mieten steigen und die ursprünglichen Bewohner werden aus ihren Stadtvierteln verdrängt.
Wir laden dich ein, gemeinsam mit uns auf die unhaltbare Situation aufmerksam zu machen und gleichzeitig zu zeigen, wie eine Stadt aussehen kann, deren Gesicht durch uns BewohnerInnen und nicht durch Großinvestitionen und Supermarktketten geprägt wird.

Offene Vorbereitungstreffen
15. Mai und 22. Mai jeweils 20 Uhr im Kukulida e.V. (Martin-Luther-Straße 1).

Warum die Königsbrücker 119?
Der früher als Wehrkreiskommando, Bußgeldstelle und Liegenschaftsamt genutzte Gebäudekomplex verfällt seit elf Jahren, da die Stadt eine Nutzung als Soziales Zentrum ablehnt und seit neun Jahren erfolglos versucht das Grundstück zu verkaufen. Wir wollen mit diesem Ort exemplarisch auf eine Politik hinweisen, die ehrenamtliches Engagement oft eher behindert als fördert.
Für eine lebendige Stadt müssen sich BürgerInnen ihren Raum wieder aneignen. Sie müssen gemeinsam darüber bestimmen können, was mit den städtischen Flächen und Häusern passiert –  gerade dann, wenn diese jahrelang nicht genutzt werden.

Programm

Stadtcamp 10.-11.5.2013 – „Wer gestaltet Dresden?“

Unser Stadtraum verändert sich, indem er gestaltet wird. Von wem, auf welche Art und zu welchem Zweck – das muss diskutiert werden. Und dabei sollte Beteiligung aller nicht nur ein Schlagwort (und auch kein Feigenblatt) sein, sondern eine Grundvoraussetzung, von der ausgehend wir anfangen. Für diese Beteiligung gibt es viele Wege und vieles muss noch erforscht und erlernt werden.
Wir (Wir = Kukusa e.V., Freiraum Elbtal e.V. und weitere Akteure der IG Freiräume) planen daher ein Barcamp zum Thema Stadtentwicklung: das Stadtcamp.
In anderen Themenbereichen haben Barcamps bereits viele Fans gewonnen. Nicht ohne Grund. Barcamps sind eine sehr angenehme Methode, Wissen und Ideen zu teilen.
Die Inhalte bringst Du selbst mit. Was an Ideen, Fragen und Vorstellungen in Deinem Kopf “herumspukt”, könnte für jemand anderen ein reicher Quell an Inspirationen sein. Oder Du findest jemanden, dessen Visionen Du teilst.

Auf geht’s! Die Teilnahme ist kostenfrei, es gibt also keinerlei Gebühren. Alles was wir möchten, ist eine rechtzeitige Anmeldung, damit wir sehen, wie gut wir voran kommen. Wir wünschen uns ein schönes, ein gemütliches, ein großes Barcamp!

Wann: 10.-11.5.2013
Wo: Freiraum Elbtal Leipziger Str 33a
mehr Infos: http://www.stadtcamp.de/