Offener Brief zur Raumsituation an die Stadt Dresden

Nachdem wir die Dresdener Stadtpolitik seit fast einem Jahr kritisch begleitet, Verhandlungen geführt, Podiumsdiskussionen veranstaltet und besucht haben,  wendet sich die IG Freiräume nun mit einem Offenen Brief an die Stadträte und die Stadtverwaltung.

Wir fordern die Unterstützung ehrenamtlicher Projekte, eine städtische Anlaufstelle für nichtkommerzielle Initiativen, die Abkehr vom Höchstpreisverfahren bei der Vergabe von Immobilien, eine Senkung der Hürden zur Raumnutzung und vor allem die frühzeitige Einbeziehung in städtische Planungen auf Augenhöhe.

Dresden besitzt eine vielfältige Landschaft nicht-profitorientierter, selbstorganisierter Projekte, die die Stadt mit zahlreichen kulturellen und sozialen Angeboten bereichern und vielen Menschen die Teilhabe an Kunst und Kultur ermöglichen. Sie pflegen Netzwerke und Räumlichkeiten auch, um selbst aktiv zu werden und Gleichgesinnte zu finden. Neben der schwindenden Förderung fehlt es aber vor allem an langfristig nutzbaren, bezahlbaren und gestaltbaren Räumen.

Das Probehaus G10, das „Büdchen“, der studentische Freiraum KOK16 und der Wertstoffhof mit Umsonstladen abfallGut mussten bereits schließen. Der Umsonstladen im Sonnenhof und der Freiraum Elbtal sind akut bedroht. Zahlreiche Kulturschaffende müssen durch den enormen Mietpreisanstieg ihre Arbeits- und Proberäume aufgeben oder aufgrund des Raummangels Dresden verlassen.

Gegen die aktuell bestehende Räumungsklage gegen den Freiraum Elbtal e.V. am Puschkinplatz regt sich breiter Widerstand. Der Kulturverein soll einer Bebauung weichen, deren Genehmigung auf nicht absehbare Zeit aussteht. Hier ist die Moderation durch die Stadt dringend nötig, um die Interessen der Kreativen zu vertreten und nicht – wie bisher – die Interessen des Investors zu schützen. An diesem Beispiel wird sich zeigen, wie Dresden auch in Zukunft mit ehrenamtlichen Engagement und den kulturschaffenden Kreativen in der Stadt umgeht.

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