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Nachbarn gegen Überwachung in DD Löbtau

Pressemitteilung der Bürgerinitiative „Löbtau Selbstorganisiert“ vom 05.09.2013:

Pressemitteilung: Löbtauer Bürger_innen wehren sich gegen Kameraüberwachung Dresden Löbtau Ecke Wernerstraße/ Columbusstraße.

Dresden Löbtau Ecke Wernerstraße/ Columbusstraße. Hier hat die Kreatex
Grundbesitzverwaltung seit dieser Woche Kameras auf die Straße
gerichtet. Die Sanierung der Columbusstraße 9, dem ehemaligen Wohn- und
Kulturprojekt Praxis, hatte schon voher den Unmut vieler Nachbar_innen
auf sich gezogen. Nun wehren sie sich gegen die Überwachung.

Hinter den Erdgeschossfenstern der Columbusstraße 9 hängt eine Reihe
schwarzer Kameras und filmen jeden der die Straße passiert, auf
Gesichtshöhe. Viele Nachbar_innen sind aufgebracht. Zu ihnen gehört
Johanna Karlstein (36). „Es ist unverschämt, dass ich 6-7 mal am Tag
gefilmt werde, wenn ich hier an der Kreuzung vorbei muss. Ich habe mich
bereits beschwert – keine Reaktion. Nun werde ich wohl Klage einreichen
müssen!“, so die Anwohnerin.

Wie Johanna denken viele. Eine Reihe von Nachbar_innen hat sich deshalb
zusammen gefunden und will gesammelt Klage einreichen sollte die
Überwachung nicht eingestellt werden. Die Initiative folgt dabei
gängigen Rechtseinschätzungen verschiedener Anwaltskanzleien.

Die Baustelle der Kreatex war bereits vorher bei den Anwohner_innen in
Miskredit geraten. Im Sommer 2013 wurden zunächst mittels Bauarbeiten
die angestammten Mieter_innen verdrängt, die sich die Wohnungen im
Gebäude nach einer Sanierung nicht mehr hätten leisten konnten. Im
November traf es schließlich auch den kulturellen und sozialen
Anlaufpunkt Praxis (auch bekannt durch mehrere Neo-Nazi-Anschläge). Ein
schwerer Schlag für die Nachbarschaft. Bei den anschließenden
Sanierungsarbeiten mussten polnische Arbeitskräfte auch im Winter auf
der Baustelle wohnen, ähnlich wie im aktuellen Fall auf der Oederaner
Straße. Deutsche wie polnische Handwerker_innen klagten zu dem immer
wieder darüber, sie würden nicht bezahlt werden und berichteten von
unzureichenden Maßnahmen zur Trockenlegung des Gebäudes.

Mit den aktuellen Ereignissen hat sich die Firma aus Südlöbtau nun
gänzlich bei Nachbar_innen, Handwerker_innen und Mieter_innen unbeliebt
gemacht. Sie sind entschlossen, gemeinsam gegen Überwachung und
Verdrängung von liebgewonnenen Nachbar_innen aber auch Lohndumping und
schlechte Sanierung vorzugehen.

2 Gedanken zu „Nachbarn gegen Überwachung in DD Löbtau

  1. Marcus

    Moin,
    ich hab mir die Ecke heute genauer angesehen, da ich dort auch zwei mal täglich vorbeifahre.
    Entdecken konnte ich insgesamt drei schwarz-silberne Kameras, die aber nicht auf den Raum vor den Fenstern, sondern nur auf den Innenraum gerichtet waren. Evtl. wurde sie nach der Beschwerde neu ausgerichtet?
    Der jetzige Zustand bietet zumindest, unsabhängig von anderen Verfehlungen, kein Beschwerdepotential mehr. Weitwinkelobjektive waren auch nicht drauf, so dass heimlich Aufnahmen vom öffentlichen Raum gemacht werden können.

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