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Internationale Gärten Dresden sollen einem Parkhaus weichen

Sehr geehrte Damen und Herren,
die Internationalen Gärten Dresden*) sehen derzeit einer sehr ungewissen Zukunft entgegen. Auf dem Grundstück des Gemeinschaftsgartens in der Dresdner Johannstadt soll ein Parkhaus gebaut werden. Anlass ist ein Erweiterungsbau des Max-Planck-Instituts, durch den Stellplätze entfallen. Seitens der Landeshauptstadt Dresden gibt es zwar Bemühungen, eine Ausgleichsfläche zu finden. Da jedoch nicht absehbar ist, ob wir dort unser Projekt in der gleichen Qualität weiterführen können wie bisher, versuchen wir derzeit alles, um auf unserem Standort in der Pfotenhauerstraße zu bleiben. Wir haben 10 Jahre gebraucht, um den Garten an dieser Stelle zu etablieren, haben aus einer vermüllten, verwahrlosten Fläche einen Ort der Kulturen und der Begegnung geschaffen. Einen Neuanfang bei Null halten wir angesichts der ungezählten ehrenamtlichen Stunden und der bislang eingesetzten Eigen- und Fördermittel für nicht zumutbar.
Bei der letzten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung am 12.03.2014 wurde deutlich, dass einige wichtige Fragen, die alternative Standorte für das Parkhaus betreffen, noch nicht untersucht wurden. Eine Tiefgarage auf dem Gelände des Max-Planck-Instituts wurde noch nicht ernsthaft geprüft, ebenso wenig der Ankauf ortsnaher privater Grundstücke oder etwa die Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs. Die Nutzung unmittelbar benachbarter Grundstücke des Freistaates Sachsen wurde verworfen.
Aus diesem Grund wenden wir uns an Sie – wie auch an viele weitere Kultureinrichtungen, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Initiativen und Institutionen – mit der Bitte um Unterstützung und Solidarität. Lassen Sie uns bitte wissen, ob Sie nachstehenden kursiv gedruckten Aufruf guten Gewissens mittragen können:

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Helma Orosz,
sehr geehrter Herr Bürgermeister Dirk Hilbert,
wie wir erfuhren, ist die Arbeit des Vereines „Internationale Gärten Dresden“ an seinem Standort in der Pfotenhauerstraße durch den Bau eines Parkhauses auf dem Areal der Gleisschleife bedroht. Damit ist die Zukunft des hervorragenden Integrationsprojektes in der Dresdner Johannstadt fraglich.
Wohlwissend, dass die Stadtverwaltung nach Alternativstandorten für das Projekt sucht, möchten wir Sie dennoch dringend bitten, zunächst eine erneute Variantenuntersuchung für den Standort des Parkhauses zu veranlassen und dabei die soziale Nachhaltigkeit des Bauvorhabens in diesem sensiblen Stadtbezirk stärker zu berücksichtigen. Wir setzen uns dafür ein, dass der Internationale Gärten Dresden e.V. seine von uns sehr geschätzte Arbeit im Gemeinschaftsgarten in der Pfotenhauerstraße fortsetzen kann.
Mit freundlichen Grüßen
Unterzeichner

Unser Ziel ist es, vor der nächsten Sitzung des Bauausschusses bzw. des Stadtrates Anfang April eine lange Liste von Unterstützer_innen vorlegen zu können.
Eine einfache Bestätigung per e-mail reicht uns völlig aus. Gern können Sie jedoch den Text auf Ihr offizielles Briefpapier übertragen und uns per Post beehren. Und selbstverständlich steht es Ihnen frei, einen eigenen Text zu verfassen. Gleich wie Sie sich entscheiden: Wir danken Ihnen herzlich für Ihr Statement.
Für Rückfragen stehen wir gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Internationale Gärten Dresden e.V., Erlenstraße 9, 01097 Dresden

*) Der Verein Internationalen Gärten Dresden e.V. betreibt in der Dresdner Johannstadt seit 2005 in ehrenamtlicher Arbeit einen Gemeinschaftsgarten, in dem sich Menschen aus aller Welt begegnen und Zeit finden, um sich auszutauschen, voneinander zu lernen, Projekte zu organisieren und um Obst, Gemüse und Blumen anzubauen. Derzeit sind ca. 80 Menschen aus 20 verschiedenen Herkunftsländern in den Internationalen Gärten Dresden aktiv. Der Garten ist ein Ort für Konzerte, Theateraufführungen, Kochkurse und Feste und ist immer offen für neue Ideen. Der Verein setzt sich zusammen mit anderen Initiativen für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Asylsuchenden und Flüchtlingen ein. Im Gemeinschaftsgarten finden diese Menschen einen Weg aus der Isolation.

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