G10 – Proberaumhaus am Gasometer

G10 – Proberaumhaus am Gasometer – alle Mieter_innen haben die Kündigung erhalten. Interview am 4.4.2013    

außenDas Proberaum-Haus am alten Gasometer hat vor knapp zwei Wochen die Kündigung erhalten zum August 2013. Davon betroffen sind 25 Mietparteien, die sich aus ca. 40 – 60 Bands zusammensetzen und diese wiederrum aus mehr als 100 Personen. Im Interview mit K.*(Name von der Redaktion geändert) wollen wir mehr erfahren über die Umstände und die Perspektiven des Projekts.

 IGFR: K., auf welche Weise formuliert sich das Projekt „G10“ ?

aushangK.: Momentan kann man noch nicht von Organisation sprechen. Ich weiss nicht einmal, wie viele Bands und Personen zur Zeit das Haus nutzen. Es sind jedenfalls 25 Mietparteien, die jeweils wiederrum mehrere Bands beherbergen. Es handelt sich also mit Sicherheit um mehr als Hundert Betroffene. Darunter auch Tonstudio-Betreiber_innen und ein Tauch-Club.

IGFR: Ihr plant ein erstes Plenum am 14.4., das ja dann auch ein Kennenlern-Treffen sein wird. Im Hausflur hängen Einladungen dazu mit Link[link] zu Eurem Blog.

K.:  Ja – ich bin gespannt, wie viele Leute kommen werden. Ich glaube, viele hier wissen noch gar nicht so genau, wie ein Plenum abläuft und tasten sich ersteinmal heran. Die Situation macht das nötig, bisher schien es keiner Vernetzung zu bedürfen.

IGFR: Wie ist das Probenhaus G10 entstanden und wo steht ihr heute ?

innen2K.: Vor ca. zehn Jahren – so genau weiss ich es selber nicht – hat ein Musiker sich bei der Drewag vorgestellt, mit einem Konzept zur Umnutzung des Gebäude auf dem Gelände der Gasananstaltstraße 10 zum Proberaum-Haus. Zu diesem Zeitpunkt stand es erst seit kurzem leer. Die Drewag war einverstanden und richtete das Haus sogar für den Bezug vor. Mittlerweile ist das Gebäude seit Jahren komplett voll belegt. Nun kam für alle Mieter_innen vor etwa zwei Wochen die Kündigung. Die Begründung ist: Das Gebäude soll im September abgerissen werden, weil die Brandschutzbestimmungen nicht mehr eingehalten werden können (Fluchtwege etc.). Die Drewag hat sich für die sehr kurzfristige Kündigung entschuldigt und bietet uns ein Ausweich-Objekt zur Miete an, das ebenfalls der Drewag gehört. Das ist freundlich – leider bietet dieses Objekt nur Platz für etwa Bands, die sich insgesamt zwei Räume teilen müssten. Wir sind nun also bemüht, auch für die anderen Nutzer_innen Möglichkeiten zu finden.

IGFR: Was genau plant Ihr und wie schätzt Du Eure Erfolgschancen ein ?

innen1K.: Im Zuge der Vernetzung untereinander wird sich herausstellen, wie eine mögliche Sicherung des Raumbedarfs aussehen kann. Ich bin der Meinung: Gemeinsam ist es einfacher als alleine. Ich finde es nötig, auf die Situation aufmerksam zu machen: Schon seit Jahren ist es schwierig bis unmöglich, in Dresden Proberäume zu finden. Einige Proberaum-Häuser mussten ja schon ersatzlos weichen. Natürlich suchen wir ganz pragmatisch auch neue Räume, denn wir wollen ja weiterhin Musik machen.

IGFR: Wie ist die Kommunikation zum Vermieter und wen habt Ihr sonst noch kontaktiert ?

ausblickK.: Von Seiten der Drewag steht uns schon seit Jahren ein Verwalterin zur Verfügung. Sie ist auch momentan – wie zuvor – für unsere Anliegen offen. Leider konnte sie uns aber lediglich ein Objekt anbieten, das eben zu klein ist für alle Nutzer_innen hier. Wir haben dann den Kontakt zur Stadt gesucht, um einen Ausweg zu finden. Wir mailten und riefen mehrmals beim Liegenschaftsamt, beim Kulturamt und sogar beim Kulturbürgermeister an. Leider bisher ohne Erfolg:  noch hat sich keine dieser Stellen zurückgemeldet.

IGFR: Vielen Dank !

Ein Gedanke zu „G10 – Proberaumhaus am Gasometer

  1. Pingback: Hafencity: Freiräume statt Luxussanierung | Alternative Dresden News

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *